Doppelte Sicherung

 

Für ängstliche Hunde lebenswichtig notwendig ist die doppelte Sicherung mit Sicherheitsgeschirr, Halsband und 2 Leinen.

 

Ein Hund, den Sie in Ihre Familie aufnehmen, weiß anfangs nicht, dass Sie es gut mit ihm meinen und dass dies jetzt sein neues Zuhause ist.

Er fühlt sich aus seiner alten Heimat verschleppt, alles hier ist ihm fremd und der Hund ist unsicher und ängstlich.

 

In der ersten Zeit ist daher die Gefahr des Entlaufens besonders groß  -  z.B. durch eine spaltbreit offen stehende Haus- oder Autotür oder eine Schwachstelle im Gartenzaun...

 

Auch kann ein Hund sich viel schneller, als man es sich vorstellen kann, im Bruchteil einer Sekunde aus seinem Geschirr oder Halsband winden aus verschiedensten Gründen  -  z.B. ein Schreckerlebnis oder ein vorbeilaufendes Reh...

 

Ein entlaufener Hund befindet sich im Flucht- und Angstmodus und wird voraussichtlich nicht auf Zuruf kommen, sondern auf jeden Annäherungsversuch mit noch mehr Angst und Flucht reagieren.

 

Viele dieser Hunde laufen dann in Panik vor ein Auto oder werden von einem Zug erfasst. Oder sie verkriechen sich in ihrer Angst und sterben irgendwann an Hunger und Krankheiten. Dies bedeutet in den meisten Fällen ein Monate oder sogar Jahre langes Leiden.

 

So soll auf keinen Fall das Schicksal unserer Hunde sein, die uns sehr am Herzen liegen und an deren Rettung viele Menschen mit unglaublichem Einsatz und viel Liebe mitgewirkt haben.

 

Darum muss jeder Hund in den ersten mindestens 5-6 Monaten doppelt gesichert werden mit einem gut sitzenden Geschirr (am besten Sicherheitsgeschirr mit zusätzlichem Taillenriemen) und einem relativ eng angepassten Halsband, an denen jeweils eine einzelne Leine mit Schraubkarabiner befestigt ist.

Nicht ausreichend ist es, eine Schlinge nur aus einer Leine zu bilden!

 

"Doppelte Sicherung" bedeutet zwei voneinander unabhängige, komplett selbständige Systeme. Wenn das eine System nicht funktioniert (weil z.B. die Leine, das Halsband oder das Geschirr defekt ist oder sich ein Karabiner löst), muss das andere System auch für sich alleine eine vollwertige Sicherung sein.

 

Beide Leinen müssen jederzeit so sicher am Handgelenk (alternativ um den Bauch) befestigt werden, dass ein Abhandenkommen des Hundes absolut ausgeschlossen ist  -  egal welche Schreckerlebnisse unvorhergesehen auf den Hund einwirken, ob Sie selbst stolpern und hinfallen oder was auch immer passieren mag.

 

Dies gilt nicht nur für Spaziergänge, sondern in der ersten Zeit auch für den Aufenthalt im Garten, egal wie hoch der Zaun ist!

 

Auch im Auto sollte der Hund immer an einer sicheren Stelle angebunden sein, damit er beim Öffnen und Schließen der Autotür bzw. Kofferraumklappe nicht blitzschnell durch den Spalt entlaufen kann.

 

Leider wird dies von vielen Hundehaltern nicht ernst genug genommen, was für viele Hunde großes Leid bedeutet, die dann in einem winzigen unkontrollierten Schreckmoment flüchten und auf unbestimmte Zeit draußen umher irren  -  immer hungrig, immer allein und immer in Angst...

 

 

 

Wir werden im Vorfeld einer Vermittlung die notwendigen Sicherungsmaßnahmen sehr genau mit Ihnen besprechen und einüben.

 

Die Sicherheit unserer Schützlinge ist Voraussetzung für eine Vermittlung.

 

 

 

Im Folgenden sehen Sie genau, wie es geht:

 

 

Doppelte Sicherung mit Sicherheitsgeschirr und Halsband, 2 Leinen mit Schraubkarabinern befestigt

 

 

 

Die richtige Leinenführung

 

Die häufigste Schwachstelle bei einer vermeintlich guten doppelten Sicherung ist die ungenügende Befestigung der Leinen am Handgelenk, die schon viele Hunde das Leben gekostet hat. Darum ist dies besonders wichtig.

 

Zuerst wird jede Leine einzeln mit Extraschlinge um das Handgelenk gewickelt und festgezogen.

Dann werden beide Leinen zusammen durch die Hand geführt, nochmals fest um die Hand herum geschlungen und mit stabilem Griff gehalten.

So ist es bestmöglich ausgeschlossen, dass die Leinen aus der Hand rutschen können, egal was passiert.

 

 

Zur Veranschaulichung die folgende Fotoserie:

 

 

 

 

 

 

Die Sicherung entlaufener Hunde

 

Entlaufene Hunde zu sichern und wieder nach Hause zu bringen, ist eine sehr schwierige Aufgabe, die sofortiges gezieltes Handeln, einen immensen Einsatz und ganz besonderes Fingerspitzengefühl erfordert.

 

Die kompetentesten Informationen zu diesem Thema und umgehende Hilfe im Notfall finden Sie hier:

 

http://www.heino-krannich.de/hund-entlaufen/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chico - sinnloser Tod einer wunderbaren Seele...

 

 

Monika Grimm, 24. August 2017:

 

Ich hörte erst ein ganz schlimmes Geräusch, dann ein Fahrzeug bremsend über den Asphalt rutschen. Plötzlich entsetzliche ohrenbetäubende Schreie. Ein mittelgroßer schneeweißer Hund lag auf der Straße, rappelte sich schreiend auf, versuchte sich von der Straße zu schleppen, um doch ein weiteres Mal von einem weiteren Auto erfasst und auf die Seite geschleudert zu werden. Der Hund schrie und schrie immer noch, es war so entsetzlich schlimm. Er lag jetzt am Straßenrand und war immer noch bei Bewusstsein.

 

Ich lief sichernd auf die Straße, stoppte den weiteren Verkehr und eilte zu dem schlimm blutenden, schreienden Hund. Die Augen weit vor Schmerz und Angst aufgerissen, sein schrecklich zugerichteter Körper, und seine schmerzvollen Schreie  -  niemals werde ich das vergessen. Es hat bestimmt nur 1-2 Minuten gedauert, dann ist er gegangen, aber diese letzten Momente seines Lebens waren so schrecklich schmerzhaft und schlimm und ich konnte nichts, rein gar nichts mehr für ihn tun, außer ihn noch liebevoll festzuhalten und zu streicheln.

 

Die meisten Autofahrer sind weiter gefahren, einer hat mir noch seine Decke geschenkt, damit ich den Hund zudecken konnte. Die beiden beteiligten Autofahrer hatten ihre Autos inzwischen auf dem Bürgersteig abgestellt und waren auch zum Hund geeilt. Es war eine schreckliche Szenerie, drei erwachsene Menschen weinten zusammen. Der Hund kam wie aus dem Nichts auf die Straße gerannt. Beide Autofahrer hatten keine Chance und waren wie ich so fürchterlich geschockt.

 

Es war so schlimm, den Hund ohne jegliches Leben von der Straße zu heben. Alles war inzwischen voller Blut, das einst weiße Fell blutrot, voller Dreck, das Blut lief an meinen Händen entlang und dann diese riesigen Wunden und der leere fassungslose Blick in seinen Augen. Die beiden Autofahrer haben zusammen mit mir den Hund in die Decke gewickelt und wieder haben wir geweint.

 

Das Leben vor seinem Tod blieb uns nicht verborgen, denn der Schatz war gechipt. Er stammte aus Spanien, konnte einer Tötung entrinnen. Vorher lebte er in einem Haushalt eines Tier-Messi und hat sich gegenüber fast 40 Hunden erfolgreich in seinem jungen Leben durchsetzen können. Er musste von Beginn an täglich um sein Essen kämpfen, kannte im ersten Lebensjahr keine Sonne und kein Gras. Dann wurde er adoptiert.

 

Er wurde von einem Land in ein anderes Land gefahren, und hatte bereits ein neues, sicheres Leben in greifbarer Nähe.

Menschen vertraute der tapfere Kerl noch nicht. Er wurde übergeben und seine neuen Menschen waren natürlich in diesen wunderschönen Hund total verliebt. Sie hatten auch schon vorher Hunde und nahmen leider die Mahnungen zu einer ausreichenden Sicherung auf die leichte Schulter.

 

Sie dachten, sie hätten bereits genügend Erfahrung im Umgang mit Hunden. Und so wand sich der ängstliche Hundemann beim ersten Besuch in der Großstadt vor lauter Angst vor allem Neuen aus seinem Halsband und lief direkt in den Tod. 4 Tage war er erst in Deutschland, wo eigentlich für ihn das Leben endlich auf der Sonnenseite spielen sollte.

 

Mit Tränen beschreibe ich dieses traurige Ende des Hundes, das mich jetzt schon viele Jahre begleitet, nur aus dem einzigen Grund  -  er soll nicht umsonst gestorben sein. Ich werde seine Schreie niemals vergessen können. Ich habe ihn vom Fenster aus panisch über die Kreuzung rennen gesehen, bin noch auf die Straße gerannt, weil ich dachte, ich könnte noch etwas für ihn tun und genau in dem Augenblick ist es passiert.

 

Aber seine Geschichte und sein schlimmer Tod kann andere Hunde vor dem gleichen Ende schützen: Sichert Eure Hunde die ersten 8 Wochen permanent mit Sicherheitsgeschirren UND Halsband. Benutzt keine Flexileinen. Mutet ihnen nicht zu viel am Anfang zu. Vertraut ihnen nicht zu schnell. Übergebt die Hunde nach dem Transport nur an eingezäunten, ausbruchsicheren Orten. Transportiert sie in Boxen. Lasst sie die ersten Wochen niemals allein im Garten. Schaut Euch die zukünftigen Menschen genau an  -  sind sie bereit, den ihnen anvertrauten Hund wirklich eine längere Zeit unter besondere Aufsicht zu stellen? Und vor allem, registriert Eure Hunde in Haustierregistern, damit sie im Falle eines Entlaufens und nach Sicherung schnell wieder zurückgeführt werden können.

 

Lasst bitte Chico nicht umsonst gestorben sein.

 

M.G.

 

 

 

 

Monika Grimm, die selbst mehrere Hunde aus dem Tierschutz in ihre Familie aufnahm, schrieb diesen sehr bewegenden und aufrüttelnden Bericht über den sinnlosen Tod eines der vielen nicht ausreichend gesicherten Hunde. Sie erlaubt uns freundlicherweise, ihn hier zu veröffentlichen mit dem Wunsch:

Wenn seine Geschichte auch nur einen Hund schützt, nur einen Menschen dazu bewegt, sich mit der Sicherung seines Hundes wirklich auseinander zu setzen, bin ich schon glücklich. Ich wünsche keinem Hund, so zu Tode zu kommen wie dieser kleine tapfere Hundemann. Unter Tränen habe ich Chicos Schicksal in Worte gefasst, weil ich die vielen Todesmeldungen entlaufener Hunde, die hierher kamen, um ein neues Leben anfangen zu können, kaum noch ertrage.“

 

 

Sie spricht uns damit zutiefst aus der Seele. Auch wir hoffen inständig, dass die Menschen sich ihrer Verantwortung endlich bewusst werden!

 

 

 

 

 

 

Bitte nehmen Sie die doppelte Sicherung ängstlicher Hunde zu jedem Zeitpunkt wirklich ernst!